Abbau des Kieferknochens und Lockerung der Zähne sind weitgehend bekannte Folgen der Infektionskrankheit Parodontitis. Leider immer noch zu wenig bekannt ist, das die bakterielle Infektion nicht auf das Zahnfleisch beschränkt bleibt. Durch den Blutkreislauf können die Bakterien auch an andere Stellen des Körpers gelangen, hier Entzündungen auslössen und Allgemeinerkrankungen begünstigen. Neue Untersuchungen spiegeln Zusammenhänge zwischen Parodontitis und anderen Erkrankungen wider.
HERZ UND KREISLAUFERKRANKUNGEN
Es gibt Hinweise, dass chronische Infektionen im Mundraum eine Ursache für verstopfte Arterien und Blutgerinsel sein können. Das konnte in verschiedenen Studien gezeigt werden. Parodontitisbakterien produzieren Substanzen, die in den Blutstrom gelangen. Von dort aus können sie eine Kettenreaktion auslösen,die zu Ablagerungen an den Bakterienwäden führt. Bei Patienten, dei an einer Parodontitis leiden, kann das Risiko einer Herzerkrankung um mehr als das Doppelte erhöht sein. Aktuell wissenschaftliche Untersuchungen belegen auch die Gefahr eines Schlaganfalls (Apoplex) besonders bei Männern über 60 Jahre.

LUNGENENTZÜNDUNGBakterielle Lungenentzündungen entstehen vor allem, wenn Bakterien aus Mundhöhle und Rachenraum in die Lunge Inhaliert werden und das Immunsystem sie nicht schnell genug eliminieren kann. Einige Studien konnten bei Patienten mit Parodontitis Mikroorganismen nachweisen, die Lungenentzündungen hervorrufen. Dieser Sachverhalt ist besonders für ältere, bettlägerige Patienten wichtig.
FRÜHGEBURTENAus den USA kommen Forschungen, die aufzeigen, dass Frauen, die an einer nicht behandelten Parodontitis leiden, ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko einer Frühgeburt haben. Parodontitis-Bakterien produzieren Moleküle, die das wehenauslösende Prostaglandin ausschütten können.
DIABETESWechselwirkungen zwischen Parodontitis und Diabetes sind seit längerem bekannt. Patienten mit Diabetes tragen ein höheres Risiko, an bakteriellen Infektionen auch im Mundraum zu erkranken. Neuere Untersuchungen geben jedoch Hinweise, dass eine Parodontitis die Diabetes verursachen und verschlimmern kann. Diabetespatienten mit schwerer Parodontitis haben grössere Probleme, einen normalen Blutzuckerspiegel zu erlangen.
Die Hauptursache für die Parodontitis ist der Zahnbelag. Dieser Belag besteht aus Bakterien, die über, aber vor allem auch unter dem Zahnfleisch liegen. Die Bakterien des Zahnbelages produzieren unterschiedlichste schädliche Stoffe, die zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen. So schwillt das Zahnfleisch an, beginnt zu bluten und es bilden sich Zahnfleischtaschen. Falls in diesem Stadium keine Behandlung durchgeführt wird - Aufklärung des Patienten über die richtige Pflege sowie Entfernung des Zahnbelages, Politur der Zähne und Optimierung der Zahnpflege - so ist eine weitere Vermehrung der Bakterien des Zahnbelages in den Zahnfleischtaschen nicht zu verhindern.
Der allgemein übliche Begriff Parodontose wird meist im falschen Zusammenhang gebraucht. Verbreiteter ist die Parodontitis – die entzündliche Form der Kiefererkrankung. Dabei spielen bakterielle Beläge die Hauptrolle. Auch die mangelnde eigene Abwehr des Organismus und andere begünstigende Faktoren wie z.B. ein veränderter Hormonhaushalt sollten nicht unterschätzt werden. Besonders gefährdet sind Raucher, da bei diesen die Blutzirkulation der Mundschleimhaut beeinträchtigt ist. Die grundlegende Problematik ist jedoch meist ungenügende oder mangelhafte Zahnpflege.
Lange Zeit ohne Schmerz
Das Tückische an einer Parodontalerkrankung ist, dass lange Zeit kein Schmerz zu spüren ist, bis plötzlich Zähne locker werden und meist gezogen werden müssen. Wir zeigen Ihnen, wie professionelle und wirksame Zahnpflege funktioniert. Durch gesunde Ernährung und individuell abgestimmte Prophylaxe kann Parodontose vermieden werden. Unterstützend sind in hartnäckigen Fällen (therapieresistent im herkömmlichen Sinne) unsere ganzheitlichen (homöopathischen) oder TCM-Behandlungen möglich und sehr erfolgreich.
Ein gesundes und entzündungsfreies Parodonton ist zudem wichtig, um Störungen des Gesamtorganismus zu verhindern. So ist beispielsweise seit langem nachgewiesen, dass die Bakterienflora des Mundes einen Einfluss auf Herzerkrankungen hat. Bakterienarten der Mundhöhle wurden auch bei Arteriosklerose in Gefäßablagerungen gefunden. Durch Parodontitis verloren gegangene Kieferknochen sind nicht in jedem Fall unrettbar verloren: Mittels moderner Methoden können sie wieder aufgebaut werden.
Vektor
Die modernste Methode der Behandlung ist Vektor, eine Entwicklung des Tübinger Privatdozenten Dr. Rainer Hahn. Der Vektor ist ein Ultraschall getriebenes Gerät, das direkt in der Zahnfleischtasche sehr schonend und schmerzarm arbeitet. Das Vektor-Verfahren ist in unserer Klinik erfolgreich im Einsatz. Zusätzlich kommt im Anschluss der Laser zum Einsatz, mit ihm werden die Bakterienherde, welche die Parodontitis verursachen, beseitigt. Mit regelmäßigen Kontrollen und Bakterienuntersuchungen kann heute die Parodontitis dauerhaft beseitigt werden.